Rundbrief Juni 2015

Liebe Mitglieder, Freunde und Förderer des Vereins,

es werde Licht! Ja, nun ist es so weit. Das Stromzeitalter hat in Gbalave begonnen, wo sich die meisten unserer Projekte befinden.

Erste Laternen erhellen am Abend die Durchgangsstraße nach Ghana. Hausanschlüsse werden in Kürze verlegt werden. Damit wird auch unser Ausbildungszentrum, das z.Zt. 74 Lehrlinge ausbildet, Zugang zum Strom erhalten. Ebenso, so hoffen wir, können dann die von uns errichteten Einrichtungen, die Apotheke, die Krankenstation, die Bücherei, die Schulen Strom erhalten. Das ist ein Meilenstein in der Entwicklung des Dorfes und wir hoffen, dass dies die Lebensqualität der Menschen erhöht. Es wäre wünschenswert, wenn nicht immer Holz zum Brennen, Zubereiten der Mahlzeiten herbeigeschleppt werden müsste. Landschaftsschutz, Erhaltung der Wälder, sollte oberste Priorität beibehalten.

Im Landwirtschaftszentrum wird nun ein von uns langgehegter Wunsch in Erfüllung gehen. Die Lehrlinge des Zentrums werden zeitweise unter Anleitung eines afrikanischen Landwirtes, der selbst eine Farm betreibt, Grundkenntnisse erfahren, die ihnen später in ihren Familien, neben ihrem eigentlichen Beruf, von Nutzen sein können.

Der Erweiterungsbau für die Mädchen ist fertiggestellt. Die Inneneinrichtung, Betten, Regale etc., wurde von den Lehrlingen in „unserer Schreinerei" angefertigt.

 

SCHWERPUNKT UNSERER ARBEIT BLEIBT DIE AUSBILDUNG

Wir bilden aus, damit sie In Togo eine Arbeit finden

Gerade in Anbetracht dessen, dass viele junge Afrikaner ihre Heimatländer verlassen, oft dabei zu Tode kommen, wollen wir einen kleinen Beitrag dazu leisten, jungen Menschen in Togo zu einem Beruf zu verhelfen. Unmissverständlich sprach ich dieses Problem auch bei einem meiner Besuche in Togo an. Wir bilden aus, damit sie in Togo oder in den umliegenden Ländern bleiben, damit sie ihre Familien unterstützen und auch einen Beitrag zum Aufbau des Landes leisten.

Über den Bundestagsabgeordneten Dr.Gebhart schrieb ich diesbezüglich einen Brief an die entsprechenden Gremien in Berlin. „In Zusammenarbeit mit den afrikanischen Botschaften müssen Pespektiven entwickelt werden, um die Flucht zu verhindern. Es sollten alle Medien in Afrika dieses Thema aufgreifen und auf die Ausweglosigkeit hinweisen: im Radio, im Fernsehen, Deutsche Welle, Plakatierung, Handys und Smartphones u.v.m."

Dass eine gezielte Einwanderung über die Botschaften in Afrika möglich sein müsste, ist unstrittig. Wenn man bedenkt, dass der Tagessatz für einen Flüchtling in Deutschland schon allein in west-afrikanischen Ländern der Monatslohn eines Lehrers ist, begreift man die Brisanz.

In Afrika muss investiert werden. Wir sind stolz darauf, hierzu einen kleinen Beitrag mit Ihrer Hilfe leisten zu können.

 

TREFFEN DER TOGOVEREINE DEUTSCHLAND

Treffen der Togovereine in Rheinzabern

Ein großes Ereignis stand am 6.Juni 2015 für den Verein an. Auf Initiative unseres 2.Vorsitzenden Dr. Husunu trafen sich die Vorstände von über 30 Togovereinen aus ganz Deutschland und der Schweiz in der IGS Rheinzabern. Der Botschafter Togos Prof. Dikenou, aus Berlin kommend, der ehemalige deutsche Botschafter in Togo H. Alexander Beckmann, nun in Berlin wohnend, die beiden Honorarkonsuln Dipl.-Ing. Fohs und Prof. Dr. Dr. Kastenbauer, sowie Landrat Dr.Brechtel und MdB Dr.Gebhart, Ortsbürgermeisterin Sabine Baumann aus Jockgrim und die Beigeordneten aus Rheinzabern und der Verbandsgemeinde kamen zu diesem Treffen.

Neben dem hervorragenden Eingangsreferat von Prof. Jürgen Runge aus Frankfurt und den Ausführungen des Botschafters zur Situation in Togo, galt es anschließend in den einzelnen Gruppen und im Plenum viele der gemeinsamen Probleme zu erörtern: Visaangelegenheiten, Geldtransfers, Verzollung von Hilfsgütern, aber auch grundlegende Fragen der partnerschaftlichen Zusammenarbeit gemeinsam etwas für Togo zu erreichen im Bereich Bildung, Ausbildung, Gesundheitswesen, Landwirtschaft, Frauenförderung, Solarenergie.

Drei Sprecher werden in den nächsten beiden Jahren die Interessen der Togovereine vertreten: Dr. Samuel Husunu, Jockgrim, Prof. Jürgen Runge, Frankfurt, und Frau Heike von Höne-Goudjinou aus Wesel

Die Tage zuvor waren Dr. Husunu, Frau Mathey und ich bereits mit dem Botschafter Togos, Landrat Dr. Brechtel, MdB. Dr. Gebhart, Honorarkonsul Fohs zum Meinungsaustausch bei der Firma Hornbach in Bornheim und bei der Sparkasse Germersheim-Kandel, die uns immer wieder unterstützt. Durch die Gespräche bekamen wir wertvolle Hinweise für die zukünftige Arbeit. Erste Kontakte sind hergestellt. Inwieweit die Firma Hornbach, zweimal war dies bereits der Fall, unser Ausbildungszentrum materiell versorgen könnte, werden weitere Gespräche ergeben.

Mittlerweile sprach ich auch mit Präsidenten der IHK Pfalz Herrn Willi Kuhn. Er sieht gute Möglichkeiten, dass einige Ausbilder aus Togo zeitlich befristet in Handwerksbetrieben der Südpfalz ihre Kenntnisse und Fähigkeiten erweitern.

Zurück zu unserem Verein: In Agome -Glouzo, im Süden des Landes, wird im Augenblick die dreizügige Grundschule, einschließlich Büro und Materialraum, fertiggestellt. Insgesamt über 13.000 Euro flossen durch die Sammlungen der Sternsinger in den beiden letzten Jahren aus Jockgrim und Hatzenbühl in dieses Projekt.

In Kpeme, an der Küste, freuen sich Schüler und Lehrer über die in Betrieb genommene Toilette. Außerdem wurden noch 15 Schulbänke und Stühle angefertigt.

Die IGS Rheinzabern, die sich in hohem Maße an der Vorbereitung des Treffens der Togovereine beteiligte, wird am Ende des Schuljahres einen Spendenlauf durchführen. Ein Teil des Erlöses fließt der Patenschule in Vogan (Mittelschule) zu.

Sie sehen, die letzten Wochen waren sehr arbeitsintensiv für uns.

Generalversammlung am 08.07.2015

Mittlerweile haben Sie auch die Einladungen zur Generalversammlung erhalten. Nutzen Sie, falls es Ihnen möglich ist, die Zeit zu kommen. Wir werden u.a. eine interessante Filmdokumentation über unsere Projekte in Togo zeigen.

Bleiben Sie uns gewogen

Ihr

(Siegbert Kemmer)